Seminar für Kirchenrecht - Kirchliche Rechtsgeschichte - Staatskirchen- und Religionsrecht

1. Das Kirchenrecht als praktische Wissenschaft zielt auf die Erhellung der rechtlichen Strukturen und Zusammenhänge sowie von Entscheidungsprozessen in der Kirche auf der ortskirchlichen und der weltkirchlichen Ebene. Ein wesentliches Verdienst der Codex-Reform in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts war es, weltkirchlichen Bezügen die Tür zu öffnen. Zu einer zeitgemäßen Kanonistik im 21. Jahrhundert gehört es, diese Blickrichtung zu internalisieren, um zu sehen, wie andernorts auf die Anforderungen der Zeit rechtlich relevant reagiert wird.

2. Die katholische Kirche verfügt über einen reichen Schatz rechtshistorischer Normen. Teilweise ist dieser Schatz durch ältere und / oder moderne Editionen der Forschung erschlossen. Teilweise steht dies noch aus. Daher kommt in Forschung und Lehre der Erhellung der rechtsgeschichtlichen Zusammenhänge, ohne die die kanonistische Gegenwart der Universal- und der Ortskirche nicht zu denken ist, eine große Bedeutung zu. Diesem Ziel dienen auch die rechtshistorischen Forschungen des Seminars.

3. Zum Fächerkanon des Seminars gehört das Staatskirchenrecht. In Kooperation mit der evangelisch-theologischen Fakultät und der rechtswissenschaftlichen Fakultät werden den Studierenden aller Fakultäten interdisziplinäre Zugänge zum Fach eröffnet.

4. Das Kirchenrecht sollte möglichst im reflektierenden Dialog mit den Verantwortlichen und den Gläubigen im Bistum stehen. Als praktisches Fach leistet das Kirchenrecht dann einen Dienst für die Ortskirche, ihre Hierarchie und die Gläubigen.

5. Die internationale akademische Kooperation mit der Faculty of Canon Law der KU Leuven ermöglicht Studierenden der JGU Mainz mit Abschlüssen in Theologie und/oder Rechtswissenschaften ein konsekutives Aufbaustudium in den Fächern: „Society, Law and Religion“ und „Canon Law“ (Master of Arts (MA); Master of Comparative Law (MCL); Licentiate of Canon Law / Juris Canonici Licentia (JCL)).